Ernst Keil & die Gartenlaube
Das Leben Ernst Keils ist eine Erfolgsgeschichte. Aus armen Verhältnissen stammend, erreichte er als Verleger Ruhm, Anerkennung und Reichtum und doch bewahrte er eine sagenhafte Natürlichkeit. Sein Erfolg kam nicht von ungefähr. Kämpfen für eine bessere Welt, für ein besseres Leben und den Glauben an sich und an die eigene Kraft waren seine Ziele und sein ständiger Begleiter.
Vor mehr als 150 Jahren wendete sich Ernst Keil im ersten Heft seiner "Gartenlaube" mit folgenden Begrüßungsworten an seine Leser: "Wir wollen Euch unterhalten und unterhaltend belehren, über dem Ganzen aber soll der Hauch der Poesie schweben und es soll Euch anheimeln in unserer "Gartenlaube", in der Ihr gut deutsche Gemütlichkeit findet, die zu Herzen spricht!".
Die erste Nummer der "Gartenlaube" erschien am 1. Januar 1853. Ernst Keil wurde mit seiner "Gartenlaube" zum erfolgreichen Herausgeber und Verleger. Seine Geschäftsidee kann man in wenigen Worten zusammenfassen: informieren, unterhalten und dabei "belehren". Seine langjährigen Erfahrungen lehrten ihn, dass Konfrontation auf Dauer nur bedingte Erfolge haben kann. Ein solider Gesellschaftsaufbau ist eine Erziehungsfrage und daher eine Frage der Zeit, der Generationen. Seine Zielgruppe war deshalb die Familie. Diese Verbindung von Familie und bildender Unterhaltung kam an. Nicht nur der Inhalt war für ihn wichtig, er erkannte ebenfalls die Macht des Bildes und des Layouts. Gearbeitet wurde mit großen Fotografien, Zeichnungen und Holzschnitten.
Charakteristisch für die "Gartenlaube" war nach Albert Fränkel, ein Freund Keils und langjähriger Redakteur und Mitarbeiter der "Gartenlaube", ihre "Kulturmission", basierend auf der "Pflege idealen Gemüts- und Geisteslebens und dieses unermüdlichen Kampfes gegen Aberglauben und Vorurteil, gegen Inhumanität und Rohheit, gegen Knechtschaft und Knechtssinn, Schwindel und Ausbeutung". Dank der "beispiellosen Verbreitung" konnte die Familienzeitschrift zum einen die "Ausgleichung der schroffen Bildungsunterschiede im deutschen Lesepublikum" erreichen und zum zweiten "das nationale Gemeingefühl" wecken und stärken und "den deutschen Einheitsgedanken" befestigen.
Charakteristisch für die "Gartenlaube" war ebenfalls ihre "Bildungsmission". Ernst Keil erkannte das Interesse der Leser für wissenschaftliche Themen daher "enthält die 'Gartenlaube' in jeder Nummer aller Jahrgänge Abhandlungen über Biologie, Chemie, physikalische und andere wissenschaftliche Themen - in ihrer Vielseitigkeit eine Art Volkshochschule". Hinzu kommt die dominierende Aktualität der Themen. Der Inhalt des Familienblattes spiegelte die Fragen der damaligen Gesellschaft und befriedigte die Bedürfnisse der Leserschaft. Diese belohnten den Herausgeber des Wochenblattes mit Kundentreue und garantierten ihm hohe Auflagen.
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